Projektwochenbericht 2009
Projektwochenbericht der Sonderberufsschule
In diesem Jahr lag der Schwerpunkt der traditionellen Projektwoche neben dem praktischen Projekt auf verschiedenen Exkursionen zu unterschiedlichen Einrichtungen. Ziel war es, die Lebenswelt der SchülerInnen zu erweitern und ihnen Wissen über Bereiche zu vermitteln, zu denen sie in ihrem sonstigen Alltag keinen oder nur erschwerten Zugang haben.Folgende Exkursionen wurden durchgeführt:
Flughafen Stuttgart
Den Terminalbereich bis zu den Sicherheitsschleusen kennen viele – die Arbeiten und Anlagen, die für den Betrieb eines großen Personenflughafens nötig sind, kennen die wenigsten. Zusammen mit Herrn Becker und Herrn Rose bekamen die SchülerInnen der SBSF 1/1 und der SBSF 3/1 die Gelegenheit, diese kennenzulernen.Zuerst wurde der Flughafenbetrieb mittels eines Informationsfilms vorgestellt. Danach ging es im Rahmen einer Führung durch einen Flughafenmitarbeiter zu den Check-In-Terminals und dem Andachtsraum des Flughafens. Nach der Führung durch den für jeden zugänglichen Bereich durften die Klassen die Sicherheitsschleusen passieren. Dabei wurden die SchülerInnen genauestens nach Waffen und verbotenen Gegenständen durchsucht. Vom Boarding-Gate aus startete dann eine Busrundfahrt über das Flugfeld. Dabei wurden die verschiedenen Flugzeugtypen, Spezialfahrzeuge und die Vorgänge um die Flugzeuge erklärt. Die Vorstellung der Fahrzeuge, Ausrüstungen und Aufgaben der Flughafenfeuerwehr fand im Feuerwehrgebäude bei einem Zwischenstopp statt. An die Flugfeldrundfahrt schloss sich die Besichtigung der Gepäckabfertigung an. An der Passagiergepäckausgabe endete dann die Führung.
Justizvollzugsanstalt Heimsheim
Niemand möchte gerne ins Gefängnis – außer in der Projektwoche der SFG. Die SchülerInnen der Klassen SBSF 3/2, 2/2 und 2/3 hatten an zwei Terminen die Möglichkeit, mit Herrn Becker und Herrn Rose in die JVA Heimsheim „einzufahren“. Natürlich war die Aufenthaltsdauer deutlich kürzer als die der anderen Insassen.Nach einer genauen Kontrolle in der Sicherheitsschleuse für Besucher wurde den SchülerInnen durch Bedienstete der JVA ein sehr anschaulicher Einblick in den Alltag in einem modernen Gefängnis vermittelt. Es wurde auch über die Ziele und den Sinn des Strafvollzugs diskutiert. Die Bediensteten gingen dabei auf alle Fragen der SchülerInnen sehr genau ein.
Gestartet wurde beim Rundgang im Eingangsbereich der JVA mit der Außenwache, der Personen- und der Fahrzeugschleuse. Daraufhin bekamen die SchülerInnen eine Einführung in den Arbeitsbereich der Gefangenen mit Eigenbetrieben (Druckerei) und Bereichen in denen Arbeiten für Fremdfirmen durchgeführt werden. Hier wurde deutlich, welche Bedeutung das Arbeiten in Gefangenschaft hat. Weiter ging es zur Schule der JVA, wo auch mit hauseigenen Lehrern Kontakt aufgenommen werden konnte. Nach der Besichtigung des Besucherkomplexes wurden in der Sporthalle die verschiedenen Freizeit- und Sportangebote und deren Ziele erläutert.
Ein Höhepunkt für die SchülerInnen war die Besichtigung des BgH – des Besonders gesicherten Haftraumes.
Im Anschluss wurden in einer Zelle der Transportabteilung die Umstände, unter denen die Insassen ihren Alltag verbringen, verdeutlicht. Abschließend konnte noch ein Bus der Fahrbereitschaft besichtigt werden.
Für alle Beteiligten waren dies Tage, die nachhaltig gewirkt und zum Nachdenken angeregt haben dürften.
Werksführung Motorenwerk Stuttgart–Untertürkheim
Die SchülerInnen der Klasse SBSF 1/2 konnten mit Herrn Becker und Herrn Rose im Rahmen einer Werksführung durch das Motorenwerk Untertürkheim der Daimler AG die Produktionsabläufe eines modernen Unternehmens erfahren.Begonnen wurde mit einer Unternehmensvorstellung durch einen Mitarbeiter von Mercedes-Benz. Danach fuhr man mit dem Werksbus zur Motorenproduktion der A- Klasse. Hier wurden die Produktionsabläufe anschaulich erklärt. Es wurden die einzelnen Arbeitsschritte vom Rohmaterial, das aus der eigenen Gießerei und auch von Zulieferern kommt, bis zum betriebsbereiten Motor veranschaulicht. Die Bedeutung der menschlichen Arbeitskraft und der Arbeitssicherheit wurden ebenso deutlich, wie die Automatisierung der Arbeitswelt.
Mercedes-Benz-Museum Stuttgart
Allein schon architektonisch ein „Hingucker“, ist das Mercedes-Benz-Museum eines der Highlights der Stadt Stuttgart. Zusammen mit Herrn Becker und Herrn Rose konnten sich die SchülerInnen der Klassen SBSF 1/1 und 1/2 nicht nur über die Entwicklung des Automobils, sondern auch über die Geschichte Deutschlands ab dem Ende des 19. Jahrhunderts informieren. Ausgehend von der Erfindung des Benzinmotors und des Automobils konnten die SchülerInnen Informationen über den Wandel der Gesellschaft und der Technik, die Veränderungen in der Art zu reisen und Lasten zu transportieren, die Entwicklung moderner Antriebstechniken, die Umbrüche in der deutschen Gesellschaft und deren Auswirkungen und die Problematiken von Umweltschutz und Sicherheit selbstständig einholen. Nicht zuletzt ging es aber auch um die Faszination, die von Automobilen ausgeht.Strafvollzugsmuseum Ludwigsburg
Erkennbar an den vergitterten Fenstern, befindet sich das Strafvollzugsmuseum im ehemaligen Gefängnis Ludwigsburg unweit des Schlosses. Dort hatten SchülerInnen der Klasse SBSF 2/2 Gelegenheit, begleitet von Frau Voigt, Herrn Becker und Herrn Rose, die Geschichte des Strafvollzugs sehr anschaulich mittels einer Führung kennen zu lernen. Ausgehend von den mittelalterlichen Strafen des „an den Pranger Stellens“ wurde diese an vielen Originalexponaten verdeutlicht. Eine der letzten in Betrieb gewesenen Guillotinen war ebenso zu sehen wie Häftlingsarbeiten, Fluchtgerätschaften, Zellennachbauten und diverse historische Gefängnisutensilien. Alles wurde dabei sehr lebendig vorgestellt und mit interessanten Details unterfüttert.Im zweiten Stockwerk erfuhren die SchülerInnen auch viel über den Strafvollzug der neueren Zeit. Dort gab es Exponate aus der Zeit der RAF-Prozesse und, als Sonderausstellung, Exponate aus dem Alltag eines modernen Frauengefängnisses.
Werksführung Sika Stuttgart–Stammheim
Viele Menschen kennen moderne Produktionsanlagen – wenn sie nicht in einer solchen arbeiten – höchstens aus dem Fernsehen. Anlässlich der Projektwoche konnte die Klasse SBSF 2/1 praxisnah mit Herrn Becker und Herrn Rose bei der Firma Sika die Vorgänge rund um die Produktion von Beschichtungsstoffen erfahren.Am Anfang der Werksführung wurde von Betriebsleiter Herr Klotz anhand eines Modells ein Überblick über den Standort Stuttgart-Stammheim und die unterschiedlichen Betriebsgebäude gegeben.
Mit Schutzbrillen ausgerüstet ging es dann zur Etikettendruckerei und der Anlage zur Aufbringung der Etiketten auf die unterschiedlichen Gebinde. Dabei wies Herr Klotz auf die unterschiedlichen Gefahrensymbole hin und erklärte die Unterschiede bei den verwendeten Gebinden. Als nächstes wurde das Materiallager mit den für die Produktion benötigten festen und flüssigen Stoffen besichtigt. Dort klärte Herr Klotz über die Wichtigkeit des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz auf und nannte die verschiedenen Maßnahmen, die Arbeitgeber ergreifen können.
Vom Materiallager führte der Weg weiter in die Produktion, in der die verschiedenen Beschichtungsstoffe hergestellt werden. Hier wurde deutlich, mit welcher Genauigkeit dort gearbeitet werden muss. Zum Schluss der Führung zeigte Herr Klotz noch den letzten Produktionsschritt – die automatisierte Abfüllanlage und die Bereitstellung der Gebinde zur Auslieferung.
Anschließend stellte der Ausbildungsleiter Herr Moses die Produkte und die verschiedenen Geschäftsbereiche der Firma Sika vor. Danach hatten die SchülerInnen die Möglichkeit, ihre eigenen Fragen zu Ausbildung und Beruf bei Sika zu stellen.
Wir bedanken uns bei den Mitarbeitern des Mercedes-Benz Classic Kundencenters, Herrn Frank Dizinger, Herrn Thorsten Streichfuss, Herrn Dr. Erich Viehöfer, Herrn Wolfgang Klotz, Herrn Enrico Moses und dem Leiter der JVA Heimsheim
(Text & Fotos: Thies Rose)
(Text & Fotos: Thies Rose)








