Projekt Kinder- und Jugendheim Sperlingshof der Klasse BFF4

Das Projekt „Kinder- und Jugendheim Sperlingshof“ ist ein Traditionsprojekt der Schule für Farbe und Gestaltung
Seit 13 Jahren fahren 1. Lehrjahre der 1-jährigen Berufsfachschule für Maler und Lackier nach Remchingen–Wilferdingen, um dort, im Rahmen eines Sozialprojekts, ihr erworbenes Wissen einzubringen.
Durch diese Projektarbeit tragen die Teilnehmer dazu bei, das Leben in der Einrichtung freundlicher und farbenfroher zu machen. Dieser Aspekt motiviert unsere Schülerinnen und Schüler, denn die Kinder im Sperlingshof sind keine Waisenkinder, sondern kommen aus schlimmsten Familienverhältnissen. Fast immer haben diese Kinder und Jugendlichen einen langen Leidensweg mit Gewalt, sexuellem Missbrauch und/oder alkoholkranken Eltern hinter sich. 

Als wir 1997 zum ersten Mal in den Sperlingshof gekommen sind, fanden wir dort eine graue und trostlose Häuserlandschaft vor, welche geradezu nach Farbigkeit schrie. Die finanzielle Situation der Einrichtung ließ und lässt bis heute keinen Platz für kostspielige Renovierungsarbeiten. Im Laufe der Projektjahre ist im Sperlingshof nun eine wunder- schöne, farbenfrohe Häuseranlage entstanden, in welcher die Heimbewohner in familienähnlichen Wohngruppen zusammenleben. Nachdem nun alle Hausfassaden, wie auch Treppenhäuser und auch der Verwaltungsbereich renoviert sind, haben wir uns im Jahr 2009 neuen Aufgaben gewidmet.

Das Aushängeschild der Einrichtung ist eine Heimschule, welche im Rahmen der Umstrukturierung in ein “Heilpägadogisches Zentrum“ umgewandelt wurde. 
Also wurde die BFF4 mit der Aufgabe betraut, einen Flur und mehrere Klassenräume im Dachgeschoss des Verwaltungsgebäudes zu renovieren. Das Projekt 2009 beinhaltete die Ausführung sämtlicher Vorarbeiten, Anbringung quarzgefüllter Anstriche (Bürstenstruktur) und Wandgestaltung mittels Lasurtechniken. Auch Lackierarbeiten an Heizkörpern und Türen waren Inhalt der Projekttage. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.
Was in der Ausführung der beschriebenen Arbeiten mündete, war das Ergebnis eines Prozesses, welcher bereits zu Schuljahresbeginn des 1. Lehrjahres seinen Anfang nahm.

Auszüge aus Schüleräußerungen:

„Wir haben kontinuierlich ein großes Ziel verfolgt und gestalteten phasenweise Arbeit und Freizeit gemeinsam. Wir lernten mit Projektpartnern zu kooperieren und uns kontinuierlich und lückenlos auszutauschen und umfassende Arbeiten zu organisieren.
Die soziale Kompetenz der Klasse wurde durch den mehrtägigen Aufenthalt im Sperlingshof außergewöhnlich gestärkt.“

„Für den Unterrichtsablauf in der Schule bedeutet das Projekt Sperlingshof die Möglichkeit, fachtheoretische und fachpraktische Inhalte in sehr intensiver Weise miteinander zu verbinden.“

„Wir analysierten und diagnostizierten bauliche Schäden und erstellen ein Schadensregister, prüften Untergründe z. B. auf Feuchtigkeit oder Risse und lernten die geeigneten Anstrichstoffe kennen. Es wurden Bauzeichnungen erstellt, ebenso ein Aufmaß und eine umfassende Materialbedarfsrechnung (technische Mathematik). Wir formulierten und schrieben Geschäftsbriefe (Deutschunterricht), erstellten Entwurfsvorlagen (Gestaltungsunterricht) und wählten die beste Idee aus.
Dann wurde das geplante Projekt in Arbeitsgruppen umgesetzt. Wir deckten Böden ab, und renovierten, gemäß den Ergebnissen der Kundenentscheidung (Beratungsgespräch mit der Heimleitung), die Wände im Verwaltungsbereich des Sperlingshofs.“
„Bei all dem Fachlichen kam aber auch der soziale Aspekt der Projektarbeit nicht zu kurz, denn durch die entstandenen Kontakte, zwischen den Heimkindern und uns Auszubildenden, lernten wir die Probleme anderer Menschen kennen. In der Projektwoche haben wir auf dem Sperlingshof gewohnt, dort also auch übernachtet.
Die Freizeit wurde gemeinsam mit den Heimkindern bei einem Fußballturnier, Grill- und Spieleabend verbracht. Viele Kontakte sind seit Beginn der Projektarbeit Sperlingshof entstanden. Die hier gewonnenen Eindrücke hinterlassen bleibende Erfahrungen positiver Art, welche uns, bestimmt bis zum Ende unserer Lehrzeit und darüber hinaus, immer wieder in Erinnerung gerufen werden. Wir hoffen mit unseren Leistungen zur Arbeits- & Lebensqualität der Menschen auf dem Sperlingshof beigetragen zu haben.“


(Text: Ralf Horwath & Fotos: Sandra Hierholzer)